Deutsch
72'347 Lager-Produkte im Sortiment
Handgeprüfte Artikel
Bis zu 80% günstiger als Neu
Viele Raritäten für Sammler
Zurück zur Übersicht
Navigation: Bücher Das Erlernen der Totgeburt

Das Erlernen der Totgeburt

Beschreibung zum Buch

Maria Erlenberger nimmt das zentrale Thema ihres Berichts «Der Hunger nach Wahnsinn» wieder auf. Ging es in dem Bericht aus der psychiatrischen Anstalt um die radikale Identitätsfindung an einem Ort der Entpersönlichung, so weitet sie das Thema hier auf einen Bereich aus, der uns alle unmittelbar betrifft: die Gefährdung unseres Selbst inmitten unserer alltäglichen Bezüge und den Kampf ihren Auseinandersetzungen mit den Behörden, um den Sohn selbst erziehen zu können, ihn nicht der «Beschneidungsanstalt» Schule ausliefern zu müssen, die ihm die gesellschaftlichen Kodes als Schreckenszeichen einschreibt; die Darstellung dieser Erziehung, die die Selbstbestimmung des Kindes nicht bricht und deren Ziel es ist, es für seine Sehnsüchte und Träume zu begeistern; ihre intensiv beschriebene Schwangerschaft, Gegenstand einer Bürokratie, deren Kontrollunter suchungen lückenlos kontrollieren; das langsame Sterben der Großmutter, die schließlich sich und die Verantwortung für sich an die Krankenanstalt abgeben muß- diese großen Themenbereiche ihres Romans sind von einer dominierenden Geste geprägt: enteigneten Wirklichkeiten, Geburt oder Tod, wieder anzueignen, dem Versuch, wahr, sie selbst zu sein; in dem Sinn, in dem David Cooper das Erringen Ethik prägt aber auch - neben Erzichung, Schwangerschaft und Sterben cine weitere Ebene dieses Romans, die Schreibsituation selbst. Nicht nur die Institutionen, auch die Sprache, die Kunst, das Wissen werden als enteignende Macht crfahren, sind für Maria Erlenberger «Mordwerkzeug», «Messer» und «Skalpell». Die Sprache selbst wird damit zum paradoxen Ort unmittelbarer Erfahrung und Selbstannäherung, immer wieder bedroht vom kulturellen Diktat, das Sprache auch ist und gegen das angeschricben werden muß, um bei sich zu bleiben. Und der Textkörper, der sich in solcher literarischen Entblößung zeigt, kann dann allerdings nicht von der gestylten Schönheit eines klassischen Modells sein. Dic präzis beschreibenden Passagen, die intensiven Reflexionen, der lyrischassoziative Fluß sind eher ein «verströmender Stil», in dem eine neuere Theorie das Hauptcharakteristikum der weiblichen Schreibweise sieht, das jedenfalls die traditionelle Okonomie des Romans überschreitet. Maria Erlenberger ist ein Pseudonym. 1977 veröffentlichte sie den Bericht «Der Hunger nach Wahnsinn» (dnb 84), für den sie den Bremer Förderpreis für Literatur 1978 erhielt. Teile eines Gedichtbandes, der in Vorbereitung ist, wurden im LITERATURMAGAZIN 10 vorabgedruckt.

Informationen zum Produkt

  • Format Taschenbuch
  • Label Rowohlt TB-V., Rnb.
  • Autor Maria Erlenberger
  • Sprache Deutsch
  • Anzahl Seiten 474
  • ISBN 3499251248
  • EAN 9783499251245

Neue Bücher im Lager in «Bücher»

Bei Vollmond ist das ganze Dorf auf den Beinen

  • Samuel Herzog
  • Taschenbuch
Sofort lieferbar

Ein Pfeil vom Himmel

  • Gilbert Keith Chesterton
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Novum Testamentum et Psalterium

  • k.A.
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Wir Weicheier

  • Martin van Creveld
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Lebensbilder

  • Josef A. Slominski, Bernhard Hülsebusch
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Jesus der Andere

  • Maria Hafner
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Pfarrer Stanislaus Venetz 1902-1990

  • Paul Martone
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Erlesener Sonntag

  • Christoph Kardinal Schönborn
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Land der roten Steine

  • Walter Kappacher
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Mein 33. Jahr

  • Gerhard Fittkau
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar

Zeiten zum Aufatmen

  • Willi Lambert
  • Taschenbuch
Sofort lieferbar

Vom geglückten Leben

  • Christoph Kardinal Schönborn
  • Gebundene Ausgabe
Sofort lieferbar